Waldbauverein Rhein-Lahn und Kreisjagdgruppe nehmen Wiederbewaldungen im Privatwald unter die Lupe
J.Langshausen und M. Trenkhorst bei ihren Erläuterungen
Dass sich die vielzitierte „grüne Lunge“ auch künftig mit Hitzewellen und Wassermangel abfinden musste, hätte Petrus nicht schöner demonstrieren können, als an diesem Samstag. Für den Wald wäre das eigentlich schon genug der Drangsal. Doch damit einhergehend mussten die jungen Wälder auf dem Weg in die Zukunft auch darauf eingestellt werden, sich auch weiterhin erfolgreich mit ganz kleinen und großen Waldbewohnern herumzuschlagen. Während sich das Heer der Insekten neben den „üblichen Verdächtigen“ infolge der
klimatischen Verhältnisse zusehends eines steten Zustroms durch weitere Arten aus nah und fern erfreuen durfte, waren es bei den größeren, nämlich unseren heimischen Wildtieren, die
„Alteingesessenen“, die hier die tragende Rolle spielten. Klein und Groß durften sich also nach wie vor eines reich gedeckten Tischs sicher sein.
Allzu oft musste im Hinblick auf die erstgenannte Gruppe der Kerbtiere jedoch abgewartet werden, wer von ihnen wann und wo zuschlug. Entdeckt werden sie meist erst, wenn es zu
spät ist und nachfolgende Maßnahmen der Waldpflege besitzen dann nur noch Beseitigungscharakter. Vorbeugend, wussten Joachim Langshausen und Manfred Trenkhorst zu berichten,
kann auf diesem Sektor aber dann erfolgreich etwas getan werden, wenn man bereits bei der Baumartenwahl nach wohlweißlicher Überlegung die richtigen Entscheidungen trifft.
Genau hier aber, bei der Baumartenwahl, liegt die Crux. Des einen Freud, ist schließlich des anderen Leid, denn, was Wildtiere anbelangt, ticken sie uns Menschen sehr ähnlich: Sie
widmen sich erst einmal den Leckerbissen auf dem Buffet. Schaut man sich die wissenschaftlich fundierte Liste an, in welcher die durchaus zukunftsträchtigen Baumarten zusammengestellt
sind, lassen sich eben jene Köstlichkeiten entdecken, die, wie bereits erwähnt, zwar nicht unbedingt als Schwarm der Schwärme (Insekten natürlich!) zu werten sind, bei Rehen
und deren größeren Verwandten aber gänzlich andere Empfindungen hervorrufen. Und eben diese herzlich zur Verwendung empfohlenen Baumarten waren in den vorgezeigten Flächen der beiden kundigen Privatwaldbesitzer Langshausen und Trenkhorst zu finden.
So lag es buchstäblich auf der Hand, dass sich Jäger und Waldbesitzer einmal direkt am Objekt zusammentaten und -wie geschehen- sich miteinander darüber austauschten und
redeten, was wo zu tun ist. Es galt, die beeinflussbaren Möglichkeiten zu erörtern und das Potenzial der Waldeigentümer und der Jäger gleichermaßen zu nutzen.
Die Beschreibungen der Aufforstungen, die Joachim Langshausen und Manfred Trenkhorst zu den gewählten Baumarten, der erwarteten Entwicklung, den damit verbundenen, intensiven
Pflegemaßnahmen und den nicht vorhersehbaren Fährnissen, die noch auf die jungen Bestände zukommen konnten, lieferten, gaben den Zuhörern durchaus einen sehr realistischen Überblick, dass die vorgezeigten Flächen noch lange nicht aus dem Gröbsten heraus waren. Viele der Anwesenden wussten dazu aus ihren Revieren zu berichten, dass die Hotspots auch dort längst ausgemacht waren und in vielen Fällen die angepriesene Zusammenarbeit zwischen den dortigen Waldbesitzern und den Jägern längst in den Fokus genommen war. Andere wiederum wünschten sich, dass jener Austausch, zu dem der Kreiswaldbauverein und die Kreisjagdgruppe an diesem Samstag geladen hatten, auch regional auf ihrer Revierebene
stattfinden möge. Einerlei, völlige Übereinstimmung erzielten die Jäger und Waldbesitzer, von denen übrigens einige beide Eigenschaften in ihrer Person vereinigten, darin, dass der
Lebensraum Wald unter möglichst günstigen Umständen -und damit schnellstmöglich- regeneriert werden musste.
Dass die zwischen den Ansammlungen der Zielbaumarten (Klumpen) unbearbeiteten Zwischenfelder, die ein wenig „urwaldartig“ anmuteten, als Begleitbewuchs – abgesehen von Brombeerhöllen, die sowohl für Waldbauern, als auch für Jäger gleichermaßen undurchdringlich waren – wertvolle Einstände, Nahrungsaufnahme- und Rückzugsmöglichkeiten für das
Wild boten, war allen, die der Exkursion beiwohnten, offensichtlich. Und hier, das wussten die Forstwirte und die Waidgesellen bereits aus eigener Erfahrung, war es lohnend, den jagdlichen Schwerpunkt hinzuverlegen und eben an jenen Flächen und in deren näherer Umgebung die Büchse zu führen.
Leider, so kommentierten die anwesenden Jägerinnen und Jäger, seien natürlich viele solcher Flächen durch das Umgeben mit einem Forstschutzzaun dem Wild und damit der Jagd
entzogen. Dazu beleuchteten Joachim Langhausen und Manfred Trenkhorst aus eigener Warte den Aspekt der Finanzierung und so auch der Realisierung ihrer Bewaldungsprojekte. Oftmals
gab es keine Alternative zum Zaun, denn: Nahezu einhundert Prozent der Flächen, die im Privatwald als künstliche Verjüngungen daherkamen, waren mit öffentlichen Zuwendungen
bedacht worden. Waldbesitzer waren allein deshalb schon auf diese angewiesen, weil sich die Kosten für Pflanzenbeschaffung und das Ausbringen der Pflanzen in den letzten fünf Jahren
nahezu verdoppelt hatten und eine reine Naturverjüngung auf den ehemals mit Fichten bestockten Arealen war eher spärlich zu finden.
Der Verbleib der gezahlten Fördergelder bei den Empfängern war wiederum daran geknüpft, dass die Einflussnahme des Wildes auf die neuen Anpflanzungen ausgeschlossen wurde. Da,
wo diesem Erfordernis nicht entsprochen wurde, wo also eine Gefährdung des Förderzwecks wahrscheinlich war, oder gar eintrat, drohte den Waldeigentümern der Rückzahlungsanspruch an den Zuwendungsgeber – und das mit Zins und Zinseszins. Welche Waldbesitzerin und welcherWaldbesitzer konnten und wollten sich aber schon einem solchen Risiko aussetzen?
Warum nun an einzelnen Flächen einem Zaun gegenüber Einzelschutzmaßnahmen der Vorzug einzuräumen war, kam damit am Exkursionstag ebenso zur Sprache, wie die
Feststellung, dass beides, wenn es seinen Zweck erfüllt hatte, tunlichst und schnellstmöglich auch wieder aus dem Wald zu entfernen war. Zum Umgang mit „Schutzeinrichtungen“, die
von ihrer ursprünglichen Bestimmung längst den Weg zum „Wirtschaftsgut“ im abfallrechtlichen Sinne genommen hatten, gab es offensichtlich sehr unterschiedliche Ansichten, wenigstens was ihren Verbleib anbelangte.
Als der fachliche Austausch in Gottes freier Natur bei hochsommerlichen Temperaturen am Nachmittag seinem Ende entgegenging und sich die Konzentration bei allen Teilnehmerinnen
und Teilnehmern mittlerweile auf den geselligen Teil des Exkursionstages zu verlagern begann, durften sich Angela Warkentin, Joachim Langshausen und Manfred Trenkhorst mit der Resonanz auf ihr Programm äußerst zufrieden zeigen.
Und dass es bei einer Zusammenkunft von Jägern und Waldbesitzern ausnahmsweise einmal nicht vorrangig um das aktuell die Fachwelt beherrschende Thema der neuen jagdlichen Rechtsetzung ging, mochte wohl daran gelegen haben, dass die Exkursionsteilnehmerinnen und -teilnehmer offensichtlich das Verständnis und das Bewusstsein für die Sache an sich mitgebracht hatten, ganz nach dem Motto: Man muss unterscheiden, zwischen dem, was Aufsehen erregt und dem, worauf es wirklich ankommt!

„Walle, walle manche Strecke, dass zum Zwecke Wasser fließe und mit reichem, vollem Schwalle zu dem Bade sich ergieße…“ Wer kennt sie nicht, die berühmten Zeilen aus Goethes „Zauberlehrling“, mit denen es offensichtlich so einfach gelingt, Wasser herbeizuzaubern.
Würden Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, Forstleute und gleichsam alle, die um die Bedeutung des Waldes als Lebensraum wissen, über jene Gabe verfügt haben, Wasser durch das Aufsagen des richtigen Zaubersprüchleins laufen zu lassen, so wären die Jahre der Dürre, die 2018 begannen, ein wenig anders verlaufen – jedenfalls, was die Auswirkungen der Witterung für unseren Wald betraf und noch betrifft.
Dachten wir noch vor einigen Jahren darüber nach, wie man Wasser schnellstmöglich aus dem (insbesondere staunassen) Wald ableitet und wie man Schäden an der waldeigenen Infrastruktur durch „übermäßige“ und „überschüssige“ Wassergaben verhindert, so darf man getrost von einer 180-Grad-Wende sprechen, die nun Einkehr gehalten hat, wenn man am Abend des 25. Oktober die Worte und Bilder von Bernhard Frauenberger in sich aufnahm. Als erstklassiger und hochkarätiger Referent, der sich beim Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität überwiegend mit der Waldentwicklung in Rheinland-Pfalz befasst, berichtete er der Mitgliederversammlung des Waldbauvereins Rhein-Lahn von einer drastischen Veränderung im Hinblick darauf, welche Mengen an Niederschlagswasser in früheren Zeiten gegenüber der gegenwärtigen Situation im Wald zu finden waren. Anhand von Messergebnissen belegte er im direkten Vergleich der Dekade 1961-1970 mit derjenigen für die Jahre 2011 – 2020 sehr eindeutig den Rückgang der Niederschlagsmengen und damit einhergehend, deren ungünstigere Verteilung im Hinblick auf die Vegetationsphasen.
Nach wie vor, berichtete der Referent aus Mainz, fungierten unsere Wälder aber nicht nur als Lebensraum für Bäume und Tiere, die alleine schon für sich genommen auf ausreichende Wasservorräte angewiesen sind. Sie sind auch die nutzungsübergreifenden Wasserspeicher schlechthin, die ab und an aufgefüllt werden müssen. Die Gewährleistung einer nachhaltig funktionierenden Trinkwasserversorgung, die Wirkungen der Waldbestände als dienliche Speicher für den Hochwasserschutz und viele weitere mit hydrologischen Vorgängen verbundene günstige Ein- und Auswirkungen seien ohne die Nutzungsform Wald undenkbar. Die primären Anzeiger, die den Witterungsverlauf geradezu spiegelbildlich wiedergeben, nämlich Bäume und Boden, hatten in den eingangs erwähnten Jahren gehörig Schaden genommen. Das war ihnen anzusehen. In der Folge rückten dem „wassergestressten“ Wald dann unausweichlich weitere Probleme, wie Insekten, Pilze und Feuer auf die Pelle – und wie bereits gesagt, das alles aus der Tatsache heraus, dass schier unerträgliche Sommertempera-turen gleichzeitig mit einem Minderangebot an Wasser daherkamen.
Um dem geschädigten Ökosystem Wald nun wieder Erholung zu verschaffen, ist eine ausreichende Wasserverfügbarkeit die wohl erste und vordringlichste Voraussetzung, schilderte Frauenberger der Versammlung. Um die notwendigen „Reparaturen“ an den Waldbeständen zu initiieren und nebenbei die Grundwasservorräte wieder aufzufüllen, riet der Forstmann den anwesenden Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern dazu, aktiven Wasserrückhalt im Wald zu betreiben und dem Niederschlagswasser eine längere Verweil- und Versickerungsdauer auf der Waldfläche zu ermöglichen. Damit würden schließlich eine konstantere Wasseraufnahme durch die Bäume und ein ausreichender Abfluss vorhandener Mengen in den Grundwasserbereich gewährleistet und das Ökosystem Wald gefördert.
Wie das praktisch funktionieren sollte, führte der Präsentator dem aufmerksamen Publikum mit zahlreichen Bildern vor Augen. Die seinerzeit vielerorts großräumig angelegten Entwässerungsgrabensysteme, Verrohrungen und die schnelle Ableitung des Wassers mittels Seitengräben entlang der Waldwege gelte es zu überprüfen. Da, wo es machbar und sinnvoll erscheint, sollte der Fluss des Wassers gebremst, in die „richtige“ Richtung umgeleitet, nämlich in die Waldbestände hinein und gegebenenfalls auch ganz unterbunden werden. Nicht immer, wusste Frauenberger aus eigener Erfahrung zu berichten, bedarf es dazu großer baulicher Eingriffe, oder Erdbe-wegungen. In vielen Fällen reicht schon das Verschließen von Verrohrungen, oder das Einbringen von Steinschüttungen in Gräben aus, um den gewünschten Erfolg zu erreichen. Auch das Anlegen von Rigolen- und/oder Muldensystemen, welche das Wasser gezielt in den Wald zur langsamen Versicherung einleiten, betrachtete Bernhard Frauenberger als probates Mittel, um Wasserrückhalt im Wald in die Tat umzusetzen. Dabei sei einem Verbund der aufgezeigten Maßnahmen in kleinflächigem Format an vielen Stellen eindeutig der Vorzug gegenüber wenigen, größeren Maßnahmen einzuräumen.
Sollten sich bei den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern vor, oder während der Umsetzung der beschriebenen Handlungsmöglichketen Unsicherheiten auftun, empfahl Bernhard Frauen-berger die Kontaktaufnahme zu den Forst- und/oder Wasserbehörden.
Dass Wasserrückhalt natürlich mit entsprechenden waldökologischen Maßnahmen, beginnend bei der richtigen Baumartenwahl und der Pflege der Waldbestände, einhergehen muss, war für den Referenten ebenso obligatorisch, wie ein auf den Wasserrückhalt abgestimmtes Wegebau- und Feinerschließungskonzept. Sind diese Maßnahmen aufeinander abgestimmt, so zeigte sich Frauenberger überzeugt, sind früher, oder später stabile, beständigere und zukunftsträch-tigere Waldbestände zu erwarten, mancherorts sogar garantiert.
Dass Bernhard Frauenberger mit seiner Darbietung goldrichtig lag und bei den anwesenden Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmern im Landgasthof Gemmer in Rettert durch-aus ins Schwarze getroffen hatte, dürften ihm nicht nur der zustimmende Applaus und die rege Diskussions- und Fragerunde gezeigt haben. Allein die Anzahl der erschienenen Mitglieder und Gäste sprach für sich. Wie oft gab es das schon, dass aus dem Nachbarsaal Stühle herbeigeholt werden mussten, damit alle einen Sitzplatz hatten?
Aber nicht nur der so geehrte Gastredner mochte infolge derlei Zustimmung zufrieden gewesen sein. Auch Versammlungsleiter Joachim Langshausen war die Freude über die überaus rege Teilnahme an der 34. Mitgliederversammlung seines Vereins anzumerken. Inmitten der Mitgliederreihen waren so auch wieder zahlreiche Lokalmatadoren in personam der Vertreter des Landkreises und der Verbandsgemeinden zu verzeichnen. Sie wurden vom 1. Vorsitzenden ebenso herzlich willkommen geheißen, wie Susanne Gühne und Andreas Nick, die jeweils als Repräsentanten für ihre Forstämter Nastätten und Lahnstein zugegen waren. Die Vorsitzende der Kreisjagdgruppe, Angela Warkentin, rundete das Bild der gern gesehenen Gäste, die dem interessanten Themenabend beiwohnten, ab.
In seinem Bericht, der am Anfang der Tagesordnung stand, lenkte Joachim Langshausen die Aufmerksamkeit der Versammlung zunächst auf vordringliche und übergeordnete forstliche und forstpolitische Themen. Dreh- und Angelpunkt seiner Darlegungen waren u. a. aktuelle Informationen und Erkenntnisse des Waldbesitzerverbandes, die dessen neuer Geschäfts-führer, Dirk Fernholz, der leider nicht an der Versammlung teilnehmen konnte, im Vorfeld schon im Austausch mit dem Vorsitzenden beigesteuert hatte.
Der aktuellen Bundeswaldinventur, die Langshausen beispielsweise vorstellte, konnte so entnommen werden, dass die Laubbaumarten, hier insbesondere Buche und Eiche, weiter auf dem Vormarsch waren und mit gesteigerten Flächenausdehnungen zu Buche schlugen, dass der Zuwachs bei den Holzvorräten bis 2022 gegenüber 2012 gestiegen war, wobei der Privatwald mit einem geringen Zuwachsverlust hier die bestätigende Ausnahme von der Regel abbildete, dass der Kohlenstoffspeicher „Holz“ weiterhin im Auffüllen begriffen war und, dass der Totholzanteil in unseren Wäldern einen deutlichen Zuwachs erfahren hatte.
Die „European Union Deforestation Regulation“, kurz EUDR genannt, war ein weiterer Punkt auf der „To-Do-Liste“ des Vorsitzenden. Diese Verordnung sollte zum Ziel haben, die illegale Entwaldung im EU-Gebiet zu bekämpfen und nachhaltige Lieferketten innerhalb der EU zu fördern. Die Verordnung war bereits 2023 in Kraft getreten, ihre Umsetzung jedoch wurde auf Grund zahlreicher Widerstände aus den Teilnehmerländern nach einem Beschluss des EU-Rates und des EU-Parlaments zunächst verschoben, was allgemeinen Zuspruch erfuhr. Ähnliches, wenngleich auch aus anderen Gründen, wusste Vorsitzender Langshausen zu den Themen Neufassung des Bundeswaldgesetzes und des Landesjagdgesetzes zu vermelden. Hier galt es ebenfalls zunächst abzuwarten.
Den bunten Reigen der breitgefächerten Informationen führte der Vorsitzende mit Hinweisen und Erläuterungen zur Situation auf dem Holzmarkt fort, wobei er etwas genauer zum Schadholzanfall infolge von Stürmen, Trockenheit und der damit zusammenhängenden klimabegünstigten Borkenkäferaktivitäten Stellung bezog. Danach gab er eine kurze Einschätzung auf den Umgang mit der mittlerweile auch bei uns angekommenen Afrikani-schen Schweinepest und endete schließlich mit seinem Blick auf wichtige interne Punkte der Arbeit im eigenen Waldbauverein, aber auch darauf, was der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz auf der übergeordneten Landesebene anstrengte und bewegte.
Die Versammlung quittierte das „Statement“ Joachim Langshausens mit dem entsprechenden Zuspruch, bevor Geschäftsführer Steffen Herzog in seinem Rückblick auf 2023 auf das einging, was das Vereinsleben in eben jenem Jahr besonders bewegte. Vorrangig führte er dabei die Neugestaltung der Internetseite des Waldbauvereins an, die nun abgeschlossen war und fortan mit weiteren, neuen Inhalten gefüllt werden sollte. Ferner lenkte er die Aufmerksamkeit der Versammlung auf das Veranstaltungsmanagement des Vereins. Nach einem Blick in die vergangenen Jahre kam er zu dem Schluss, dass das Interesse der Mitglieder an lokalen, zeitlich begrenzten Exkursionen und Angeboten des Vereins weitaus größer zu sein schien, als dies bei ganztägigen Veranstaltungen der Fall war. Das jedenfalls belegten die Teilnehmerzahlen. Insofern, ließ er die Zuhörerinnen und Zuhörer wissen, sollte der Schwerpunkt künftig weniger auf Fernzielen in puncto Fortbildungs- und Exkursions-angeboten liegen, dafür etwas mehr auf Inhalten mit dem „Lokalkolorit“. In diesem Zusammenhang wies Herzog auch noch einmal auf die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Unterweisung im Umgang mit der Motorsäge hin, die seitens des Waldbauvereins in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Nastätten und der SVLFG mittlerweile seit mehr als dreißig Jahren angeboten wird.
Beim Thema Förderung ging der Geschäftsführer zunächst auf die immer noch zahlreichen Förderanträge ein, die den klassischen Projektmaßnahmen nach den Bestimmungen des Landes zuzuordnen waren und von denen die Mitglieder nach wie vor regen Gebrauch machten. Er ermunterte die Waldbesitzer dazu, auch weiterhin die vorhandenen Förder-möglichkeiten zu nutzen und sich Rat und Mithilfe rund um das Thema bei der Geschäfts-stelle zu suchen. Danach stellte Steffen Herzog kurz die Modalitäten zur Teilnahme am Förderprogramm für das klimaangepasste Waldmanagement dar. Dessen Kernelement war, den eigenen, zertifizierten Wald auf Grundlage solcher Kriterien zu bewirtschaften, die dazu geeignet waren, den Schutz des Klimas nachhaltig sicherzustellen. Die Antragstellung, bei der die rheinland-pfälzischen Wald- und Forstbetriebe flächenmäßig mit über 300.000 ha zur Förderung beantragter Waldfläche weit an der Spitze lagen, erfolgte digital bei der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe, da es sich um ein Förderprogramm des Bundes handelte. Zum Nachweis einer auf das Programm abgestellten Waldbewirtschaftung wurde den Mitgliedern die Nutzung des sog. PEFC-Fördermoduls über das vereinseigene PEFC-Zertifikat ermöglicht. Dass sei dem Grunde nach gut, bemerkte der Geschäftsführer, jedoch zeigte er sich außerordentlich unzufrieden darüber, wie die verwaltungsmäßige Abwicklung bei der Inrechnungstellung der Zertifikatsgebühren erfolgte. Seine Kritik richtete sich dabei nicht gegen das Verfahren an sich, sondern sie orientierte sich vielmehr daran, dass PEFC sich außerstande sah, als Rechnungsadressaten den jeweils begünstigten Forstbetrieb zu verwenden. Um diese Behandlung zu erreichen, müssten sich die Betriebe als Einzelbetrieb beim Fördermodul registrieren. Aktuell, berichtete Herzog, würden die Rechnungen an den Waldbauverein direkt gestellt, der jedoch, insbesondere bei Sammelrechnungen, keine Mög-lichkeit hatte, allein schon aus steuerrechtlichen Gründen, diese auf die einzelnen Zertifikats-nutzer umzuschreiben.
In einem weiteren Punkt seines Berichts gab der Geschäftsführer der Versammlung einen Überblick über die Haushaltslage des Jahres 2023. Trotz der Investitionen, die der Verein für seinen neuen Internetauftritt „nebenbei“ tätigen musste, hob Herzog die stabile Kassenlage hervor. Zwar waren Einbußen durch diese „Sonderausgaben“ zu verzeichnen, jedoch, so stellte Herzog fest, könnten die innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre wieder egalisiert werden. Als höchst erfreulich bezeichnete der Geschäftsführer die Mitgliederentwicklung des Vereins. Zum Ende des Jahres 2023 waren 178 Mitglieder zu verzeichnen, deren Waldfläche sich auf runde 2.325 ha belief.
Dem Bericht des Geschäftsführers folgte derjenige der Kassenprüfer Rolf Minor und Klaus Meckel auf dem Fuße. Beide bescheinigten eine einwandfreie und anstandslose Kassen- und Geschäftsführung, sodass die Versammlung dem Antrag auf Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsstelle einstimmig entsprach.
Weil für Rolf Minor die Amtszeit als Kassenprüfer abgelaufen war, stand die Neuwahl eines solchen auf der Tagesordnung. Nachdem sich Vorsitzender Langshausen gebührend für die Dienste des scheidenden Kassenprüfers bedankt hatte, förderte die anschließende Wahlhand-lung Vereinsmitglied Helmut Stüber als neuen „Revisor“ zu Tage. Der auch ansonsten „vereinserprobte“, neue Kassenprüfer bedankte sich in kurzen Worten für das ihm ausge-sprochene Vertrauen und nahm den ihm übertragen Posten gerne an, um in den nächsten drei Jahren ein wachsames Auge auf die finanziellen Geschicke des Waldbauvereins zu werfen.
Nachdem auch die letzten Anregungen und Fragen an diesem Freitagabend besprochen und beantwortet waren, verkündete Vorsitzender Joachim Langshausen das Ende der Sitzung, ehe der „überquellenden Saal versiegt“ und die Versammelten „auseinandergeströmt und entronnen“ waren – nur, um bei der eingangs gewählten, lyrischen Betrachtungsweise der Launen des Wassers zu bleiben.